Biobank

Medizinische Universität Graz

Häufig gestellte Fragen

Wie und wo kann ich meine Probe zur Verfügung stellen?

Wenn Sie Patient oder Patientin am LKH-Univ. Klinikum Graz sind und Ihre Probe auf Grund Ihrer Erkrankung zu den derzeit gesammelten gehört, wird Ihr behandelnder Arzt/Ihre behandelnde Ärztin mit Ihnen Kontakt aufnehmen. Sie werden gefragt, ob Sie Restmaterial Ihrer Gewebe- oder Flüssigproben der Biobank Graz zu Forschungszwecken spenden wollen. Die Vorgangsweise wird Ihnen noch einmal genau erklärt. Sie bekommen eine Einverständniserklärung vorgelegt, die Sie unterschreiben können. Sollten Sie Ihre Einwilligung hierzu erteilen, wird ab dem Zeitpunkt das Restmaterial Ihrer Proben in die Forschungsvorhaben der Medizinischen Universität Graz eingeschlossen und Ihre Proben in der Biobank Graz gelagert.

Ihre Einwilligung ist völlig freiwillig und hat keinen Einfluss auf Ihre Diagnose und die Behandlung Ihrer Erkrankung. Sie haben auch später noch jederzeit die Möglichkeit, Ihre Einwilligung ohne Angabe von Gründen zu widerrufen.

Kann ich meine Proben auch zur Verfügung stellen, wenn ich kein Patient/keine Patientin am LKH-Univ. Klinikum Graz bin?

Nein. Aus Gründen der Proben- und Datenlogistik und -sicherheit schließt die Biobank Graz nur Proben von PatientInnen des LKH-Univ. Klinikum Graz ein.

Warum soll ich mein Blut, mein Gewebe oder eine andere Körperflüssigkeit der Biobank Graz zur Verfügung stellen?

Um Ursachen und Verlauf von Krankheiten besser verstehen zu können, ist es wichtig, Gewebs- und Blutproben sowie andere Körperflüssigkeiten wissenschaftlich zu untersuchen. Dadurch können neue Verfahren für Diagnose, Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen entwickelt werden. Dies ist nur dann möglich, wenn sich PatientInnen bereit erklären, Proben dafür zur Verfügung zu stellen.

Habe ich persönlich etwas davon, meine Proben der Biobank Graz zur Verfügung zu stellen?

Die wissenschaftliche Untersuchung von Gewebsproben, Blutproben und anderen Körperflüssigkeiten in Verbindung mit Krankheitssymptomen ist heute eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein besseres Verständnis der Ursachen und des Verlaufs von Erkrankungen sowie für die darauf aufbauende Entwicklung neuer Verfahren für die Diagnose, Vorbeugung und Behandlung dieser Erkrankungen. Ihre freiwillige Spende von Gewebe, Blut und anderer Körperflüssigkeiten zur Förderung der Forschung und der Ausbildung von ÄrztInnen ist enorm hilfreich, insbesondere um Heilungsmethoden und Vorbeugungsmaßnahmen zu etablieren. Das heißt, jeder und jede Einzelne profitiert bereits jetzt von zurückliegenden Forschungsprojekten, die die heutige Diagnostik und Therapie von Krankheiten verbessert haben. Auch in Zukunft kann jeder und jede Einzelne von uns im Krankheitsfall von optimierten Diagnose- und Behandlungsmethoden profitieren.

Was geschieht mit meiner Probe?

Ihre Probe wird ohne zeitliche Befristung in der Biobank Graz archiviert und in Verbindung mit den erhobenen Krankheitsdaten in kodierter oder anonymisierter Form für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt. Wird ein Forschungsvorhaben im Bereich Ihrer Krankheit durchgeführt, kann der entsprechende Wissenschaftler/die entsprechende Wisschenschaftlerin Ihre Probe bei der Biobank Graz anfordern.

Habe ich als Spender oder Spenderin die Möglichkeit, den Verwendungszweck der biologischen Proben zu beeinflussen?

Nein, der Verwendungszweck kann nicht beeinflusst werden, da alle Proben und Daten kodiert werden und allgemein zur Förderung der Forschung dienen. Wenn eine Forschungsanfrage an die Biobank Graz gerichtet wird, für die Ihre Proben und Daten verwendet werden können, werden sie dafür bereitgestellt, ohne eine Zuordnung zu Ihnen als Person herzustellen.

Wie lange werden meine Proben aufbewahrt?

In der Regel werden die Proben ohne zeitliche Befristung aufbewahrt, bis die Proben im Rahmen von Forschungsprojekten aufgebraucht werden oder bis der Spender/die Spenderin seine/ihre schriftliche Einwilligung widerruft.

Werde ich im Falle von neuen, für mich persönlich bedeutsamen Forschungsergebnissen verständigt und wie?

Eine individuelle Rückmeldung von Informationen und Forschungsergebnissen, die aus Ihren medizinischen Proben gewonnen werden, ist nicht vorgesehen, weil die ForscherInnen Ihre Proben und Daten anonymisiert auswerten (d.h. die Rückführung zu Ihrer Person ist nicht mehr möglich).

Die Biobank-Einwilligungserklärung unterscheidet sich von der Einwilligungserklärung zu einer klinischen Studie, bei der beispielsweise die Wirkung einer neuen Therapie untersucht wird. Im Unterschied zu Einwilligungserklärungen zu klinischen Studien sind die Biobank-Proben nicht von vorne herein einem bestimmten Forschungsprojekt zugeordnet. Erst wenn eine Forschungsanfrage an die Biobank gerichtet wird, zu der Ihre Proben und Daten genau passen, dann werden sie dafür bereitgestellt. Bis dahin werden die Proben in der Biobank Graz gelagert.

Gilt die Einverständniserklärung für die aktuelle Situation oder für immer?

Die Einverständniserklärung gilt sowohl für die aktuelle Situation als auch für den Fall, dass von Ihnen in Zukunft Blut abgenommen wird oder im Rahmen von Operationen Gewebe entnommen werden sollte. Auch gilt sie für Proben, die von Ihnen im Rahmen von klinischen Notwendigkeiten bereits am LKH Univ.-Klinikum abgenommen worden sind.

Entstehen für mich durch die Teilnahme Nachteile?

Nein. Ihre Einwilligung dazu ist völlig freiwillig und hat keinen Einfluss auf Ihre Diagnose und die Behandlung Ihrer Erkrankung.

Muss ich deswegen erneut zur Untersuchung kommen?

Nein. Die von Ihnen stammenden Proben werden nur im Rahmen von Eingriffen gewonnen, die ohnehin für Ihre Behandlung notwendig sind und für Ihre Diagnose und Weiterbehandlung nicht (mehr) gebraucht werden.

Wenn ich die Biobank-Einwilligungserklärung unterschreibe, wird dann bei einer Biopsie mehr Gewebe entnommen?

Nein. Bei der ohnehin vorgesehenen Untersuchung wird Ihnen nicht mehr oder anderes Gewebe entfernt, als für die Diagnose bzw. Therapie erforderlich ist. Das Material, das nach der Diagnosestellung übrig bleibt, wird dann nicht weggeworfen, sondern in der Biobank Graz eingelagert.

Wenn ich die Biobank-Einwilligungserklärung unterschreibe, wird mir dann extra Blut abgenommen?

Nein. Es gibt keine Blutabnahmen, die nur für die Biobank gemacht werden. Nur wenn bei Ihnen eine routinemäßig vorgesehenen Blutabnahme stattfindet, könnte Ihnen bis maximal 20 ml Blut (entspricht ca. 4 Teelöffel) zusätzlich entnommen werden.

Kann ich meine Einverständniserklärung zurückziehen?

Ja. Sie können die Einwilligung ohne Angabe von Gründen jederzeit schriftlich oder mündlich widerrufen. Wenn Sie es wünschen, werden die Proben aus der Biobank Graz entfernt und vernichtet.

Entstehen für mich Nachteile, wenn ich die Einverständniserklärung ablehne oder zurückziehe?

Auf keinen Fall. Jegliche Diagnostik und Therapie ist völlig unabhängig von Ihrer Entscheidung, ob Sie die Restproben für die Biobank Graz und somit für die Forschung zur Verfügung stellen.

Wie wird die Sicherheit meiner persönlichen Daten gewährleistet?

Ihre Proben werden in kodierter Form (pseudonymisiert) in der Biobank Graz aufbewahrt. Durch diese Kodierung hat selbst das Personal der Biobank Graz keinen Zugriff auf Ihre personenbezogenen Daten. Alle Personen, die Zugang zu diesen Proben und den pseudonymisierten Daten haben, unterliegen der Schweigepflicht. Die Verantwortung für die Aufbewahrung bzw. gegebenenfalls Vernichtung der Proben trägt die Leitung der Biobank Graz. >> Die getroffenen Datenschutzmaßnahmen der Biobank Graz können sie hier nachlesen.

Haben durch meine Probenspende an die Biobank Graz Außenstehende Zugang zu meinen medizinischen Daten?

Nein. Sowohl Ihre Proben als auch die Daten über den Verlauf Ihrer Erkrankung werden in verschlüsselter Form (pseudonymisiert) aufbewahrt. Das bedeutet, dass kein Außenstehender und keine Außenstehende Zugang zu Ihren Proben und Daten hat. Nur unmittelbar damit befasste Personen, die außerdem der Schweigepflicht unterliegen, können auf diese pseudonymisierten Proben und Daten zugreifen.

Haben Sozialversicherung oder ArbeitgeberIn Zugriff auf meine Daten?

Nein. Weder Sozialversicherung noch ArbeitgeberIn haben Zugriff auf die Daten, die zu Ihren Proben in der Biobank Graz gespeichert sind. Alle Daten werden verschlüsselt mit einem Zahlencode abgespeichert. Das bedeutet, dass Ihre Krankheitsdaten kodiert und ohne persönliche Informationen (wie z.B. Name oder Geburtsdatum) abgespeichert werden. Außerdem unterliegen alle Daten in der Biobank Graz dem Datenschutz und alle MitarbeiterInnen unterliegen der Schweigepflicht.

Werden meine Proben verkauft und/oder auch für kommerzielle Zwecke benutzt?

Die Biobank Graz ist eine gemeinnützige, firmenunabhängige, durch öffentliche Mittel geförderte Einrichtung der Medizinischen Universität Graz, die ausschließlich der Förderung der biomedizinischen Forschung dient. Die Biobank Graz verfolgt keinerlei kommerzielle Ziele und ist nicht Gewinn orientiert. Proben und Daten der Biobank Graz werden NICHT verkauft, sie werden ausschließlich für Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt. Die Forschung mit medizinischen Proben und Daten wird an der Medizinischen Universität Graz oder in anderen nationalen und internationalen (akademischen und nicht-akademischen) Forschungseinrichtungen durchgeführt. Dies beinhaltet einen weltweiten Proben- und Datentransfer in anonymisierter Form.

Muss ich etwas für die Teilnahme am Forschungsvorhaben bezahlen?

Nein. Durch Ihre Teilnahme an diesem Forschungsvorhaben entstehen für Sie keinerlei Kosten.

Werden auch von Kindern biologische Proben gesammelt?

Nein. Da Kinder einem besonderen Schutz unterliegen, werden keine biologischen Proben oder Daten von Kindern gesammelt und für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.

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